Festival 2018

Fokus 2018

Für den Auftakt 2018 soll ein besonderes Augenmerk in der Verschränkung von Migration und Geschlecht gelegt werden, durch welches vor allem die Perspektiven und (Migrations) Erfahrungen von Frauen* sichtbar gemacht werden sollen. Die besondere Positionierung von Frauen* im und nach dem Migrationsprozess beruht auf unterschiedlichen Faktoren. So sind Frauen* auf der Flucht häufig sexualisierter Gewalt ausgesetzt und sind im Prozess der Integration stärker von Ausschlussmechanismen betroffen.

Auch wenn Geschlecht in öffentlich-politischen als auch wissenschaftlichen Debatten mal skandalisiert, mal de-thematisiert wird, lässt sich mit Blick auf internationale Wanderungsbewegungen feststellen, dass Migration weder geschlechtslos noch ein überwiegend männliches Phänomen ist. Weltweit sind mehr als 50% aller auf Wanderschaft und Flucht befindlichen Personen weiblich. Dabei sind die Bedingungen, unter denen Frauen migrieren, ihre Erfahrungen und (Selbst-)Verortungen durch eine besondere Verletzbarkeit gekennzeichnet, die spezifische Handlungsstrategien erfordern und hervorbringen. Diesem spezifischen Zusammenhang will sich der diesjährige Schwerpunkt des Festivals widmen.

Kerstin Hazibar, Kritische Migrations- und Geschlechterforschung

Die Gründe dafür sind mannigfaltig und gehen auf kulturelle, ökonomische, soziale und bildungstechnische Zusammenhänge ebenso zurück wie auf die vorherrschenden Geschlechterrollen der Einwanderungsgesellschaft. So sind Migrantinnen von den Auswirkungen kultureller Stereotypen und Rassismen auf mehreren Ebenen betroffen: Als Frauen*, als „Ausländerinnen“ oder als Nichtangehörige einer dominanten Religion.Der Fokus der diesjährigen Ausgabe des Internationalen Migrationsfilm Festivals soll der Intersektionalität (die Überschneidung von mehreren Diskriminierungserfahrungen in einer Person) der weiblichen Position im Migrationsprozess gerecht werden und der spezifischen Erfahrung von Frauen* eine Leinwand und Diskussionsforen geben.

*Das Sternchen dient als Verweis darauf, dass es sich bei dem Begriff Frau um eine gesellschaftliche Konstruktion handelt, die eine sehr heterogene, soziale Gruppe zu bezeichnen versucht.

Filme 2018

Schriftzug_lanoirede

Ousmane Sembène | SEN 1966

Schriftzug_wtwta

Helin Celik, Martin Klingenböck | TUR/AT 2017

Schriftzug_2girls_schwarz

Marco Speroni | IT 2016

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Danielle Arbid | FR 2015

Krieg im Frieden

Luise Fiedler | DE 2015

Girl Fact

Maël G. Lagadec | BEL 2017

Escape from Syria: Rania's Odyssey

Rania Mustafa Ali, Anders Hammer, Ayman Al Husseen | SYR/NOR 2017

Meanwhile in Tunisia

Inès Khanoussi | TN/AT 2018

Intervention 2018

Der Verein ArchFem – Interdisziplinärer Raum für feministische Intervention, setzt seinen Fokus auf feministische Bildungs- und Kulturarbeit, politischen Aktionen und Interventionen.Der Verein bietet einen Raum, der interdisziplinäre Zugänge ermöglicht und eine Schnittstelle zwischen feministisch-theoretischer Reflexion und künstlerisch-gestalterischen Positionen ist. So wurden in den letzten Jahren einige Interventionen im öffentlichen Raum umgesetzt wie beispielsweise ein Denkmal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sowie eine „Post-It“ Intervention zur Bedeutung von Feminismus heute.

Auch am INNCONTRO Film Festival 2018 beteiligte sich das ArchFem mit einer Installation der besonderen Art. Die Kooperation war uns eine Ehre und eine Freude, und wir hoffen auf noch viele gemeinsame Aktionen in Zukunft!

Das ArchFem hatte im Vorfeld des Filmfestivals das Material für eine Installation der besonderen Art vorbereitet: Filmzitate aus den ausgewählten Filmen zierten 6 verschiedene, als Filmrollen stilisierte Scheiben, welche durch ihre spezifische Gestaltung und Einkerbungen am Rand zu Skulpturen verbunden werden konnten.

Hier waren die Besucher*innen aufgerufen, tätig zu werden und in Kontakt zu treten: mit jeder Eintrittskarte erhielten sie eine der beschriebenen Scheiben, die sie dann der bestehenden, wachsenden Skulptur im Foyer des Leokino hinzufügen konnten – ein Balanceakt, der nur in Auseinandersetzung mit und unter Berücksichtigung der Scheiben der anderen gelingen konnte.

Die Intervention war ein voller Erfolg und die Besucher*innen bauten begeistert die verschiedensten Skulpturen. Zudem boten die wunderschön gestalteten Scheiben eine ungewöhnliche, materialisierte Erinnerung an das Film Festival, sodass sie von einigen Besucher*innen nach Ende des Festivals mit nach Hause genommen wurden.

Wir bedanken uns für die tolle Idee und Arbeit des ArchFems, sowie den Beitrag von Thom Melmer vom Verein .shirt24at!

Unterstützer*innen 2018

Unterstützer* innen 2018