Festival 2021

Migration.
Aktivismus.
Widerstand.

Inncontro – Internationales Filmfestival der Vielheit setzt es sich zum Ziel, den Austausch über Migrationsthematiken in Form von internationalen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen und deren diskursiver Einbettung zu fördern.
Das Filmfestival 2021 richtet seinen Fokus auf Widerstand und Aktivismus im Kontext von Migration und stellt die Handlungs- und Bewältigungsstrategien der Akteur*innen in den Mittelpunkt.

Sechs handverlesene Dokumentarfilme zeigen auf, wie Widerstand und Aktivismus immanent mit dem Leben von mehrheimischen, migrierten oder geflüchteten Personen verbunden sein kann. Eröffnet wird das Festival mit einem exemplarischen Fall von Arbeitskampf, der nicht in das kollektive Gedächtnis eingedrungen ist (Diese spontane Arbeitsniederlegung war nicht geplant 1982). Die alltägliche Resistenz gegen Rassismus und Diskriminierung verarbeitet From Here, 2020. Widerstand kann bedeuten, lautstark zu demonstrieren, findet aber genauso in Form von Erinnerung und Vernetzung etwa von Betroffenen und Angehörigen von rassistischen Anschlägen statt (Der zweite Anschlag 2018). Widerstand und Aktivismus äußern sich in Selbstorganisation und kreativen Kunstaktionen, welche Menschen die Möglichkeit geben, sich Gehör zu verschaffen und ihrer Wut Ausdruck zu verleihen (En tierra extraña 2014). Aktivismus im Kontext von Migration passiert auch durch zivilen Ungehorsam und solidarische Verbündete, welche die eigene Kriminalisierung in Kauf nehmen, um Menschen auf der Flucht zu unterstützen und unrechtmäßiges Verhalten von staatlichen Institutionen sichtbar zu machen (The Valley 2019, On the Bride’s Side 2014).

In vielen Fällen verstehen sich die Filmschaffenden dieser Produktionen selbst als Aktivist*innen, die mit filmischen und künstlerischen Mitteln den Blick auf verdrängte und unterrepräsentierte Perspektiven und Zusammenhänge lenken. Inwiefern sind die filmischen Statements relevant für soziale Bewegungen und gesellschaftlichen Wandel? Dieser Verschränkung von Filmschaffen und politischem Engagement widmet sich die Diskussionsrunde „Bild. Macht. Widerstand.“ am Vorabend des Filmfestivals in der Bäckerei – Kulturbackstube.

Wir freuen uns auf eine widerständige Ausgabe voller Austausch, Empowerment und kritischer Reflektion.

Filme 2021

Donnerstag, 18. November 2021 | 20:00 Uhr

Thomas Giefer, Klaus Baumgarten, Yüksel Uğurlu | DE 1982 | 45 min

Input von Can Sungu. Im Anschluss Gespräch mit Efsun Kızılay und Can Sungu, moderiert von Erol Yildiz

Freitag, 19. November 2021 | 17:00 Uhr

Mala Reinhardt | DE 2018 | 62min

Im Anschluss Gespräch mit Mala Reinhardt und Patrick Lohse, moderiert von Efsun Kızılay

Freitag, 19. November 2021 | 20:00 Uhr

Gabriele Del Grande, Antonio Augugliaro, Khaled Soliman Al Nassiry | IT 2014 | 89min

Im Anschluss Gespräch mit Gabriele Del Grande, moderiert von Stella Lange und Natasha Bianco

Samstag, 20. November 2021 | 13:00 Uhr

Icíar Bollaín | ES, SE 2014 | 72min

Mit einer Einführung von Oscar Thomas Olalde

Samstag, 20. November 2021 | 15:00 Uhr

Nuno Escudeiro | FR, IT 2019 | 76min

Im Anschluss Gespräch mit Beatrice Segolini,  moderiert von Monika Mokre

Samstag, 20. November 2021 | 18:00 Uhr

Christina Antonakos-Wallace Wallace | DE, US 2020 | 89min

Im Anschluss Gespräch mit Canan Turan, moderiert von Fatma Haron

Diskussion 2021

Bild. Macht. Widerstand. 
Zum emanzipatorischen PotenZial von Film und Dokumentation

17. November 2021 | 19:00 Uhr
Kulturbackstube, die Bäckerei
Dreiheiligenstraße 21a | 6020 Innsbruck

Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Wissenschaft und Verantwortlichkeit der Universität Innsbruck

In vielen Fällen verstehen sich Filmschaffende von Dokumentar- und Spielfilmen zu Flucht und Migrationsthematiken selbst als Aktivist*innen. Mit filmischen und künstlerischen Mitteln betreiben sie kritische Forschung und eröffnen den Blick auf verdrängte und unterrepräsentierte Perspektiven und Zusammenhänge. Wie entwickelt sich diese Verschränkung von Filmschaffen und widerständigem Engagement? Inwiefern sind die filmischen Statements relevant für soziale Bewegungen und gesellschaftlichen Wandel? Welche Bedeutung haben gegenhegemoniale Erzählungen und Bilder aus Perspektive von Betroffenen und Aktivist*innen im aktuellen Diskurs? Welche Rolle spielt die Positionierung der Filmschaffenden dabei? Und haben Bilder wirklich die ihnen zugeschriebene Macht?

PODIUMSGESPRÄCH
Beatrice Segolini, Regisseurin, Editorin von „The Valley”
Canan Turan, Regisseurin, Kuratorin, Wissenschaftlerin, Creative Producer von „From Here“
Gabriele Del Grande, Journalist und Menschenrechtsaktivist, Regisseur „On the Bride’s Side“
Mala Reinhardt, Regisseurin und Produzentin „Der zweite Anschlag“

MODERATION
Martine De Biasi

Unterstützer*innen 2021